Zigarrentabak - Geschichte der Eroberung

Wann Tabak erstmals angebaut wurde, ist bis heute unbekannt, jedoch über das wo herrschen keine Zweifel. In Mittelamerika auf der Yucatán Halbinsel, von der die Pflanze ursprünglich stammt - sowie bei den Mayas - war Tabak eine Pflanze des täglichen Gebrauchs. Auch damals schon rauchte man diese Pflanze zum Genuss und Zeitvertreib. Durch den Untergang der Maya-Kultur verstreute sich diese Pflanze in ganz Nord- und Südamerika. Dort entdeckte sie Christoph Kolumbus - zeigte sich aber überhaupt nicht beeindruckt von dieser Sitte des Rauchens. Spätere Kolonialisten ließen sich dann aber doch überzeugen und so begann der bis heute anhaltende Siegeszug der Zigarre.

Der Ursprung des Wortes Zigarre entstammt auch der Sprache der Maya, deren Wort für rauchen und saugen klang nämlich ganz ähnlich und lautete sikar. Auch der erste "Markenname" war schon früh im Spiel: die Taino Indianer auf Tahiti hatten ein Wort für die Tabakpflanze: cojoba aus dem später die Marke Cohiba abgeleitet wurde.

Bereits 1612 in Virginia und 1631 in Maryland gab es die ersten echten Plantagen, jedoch wurde der Tabak zu dieser Zeit in den amerikanischen Kolonien nur in Pfeifen geraucht. Die Zigarre selbst kam erst 1762 dort an. Später brachte der in Cuba stationierte britische Offizier Israel Putnam (später amerik. General) Zigarren mit in seine Heimat Connecticut. Bald darauf entstanden in Hartford die ersten Zigarrenfabriken. Aus kubanischem Tabaksamen pflanzte man Tabak an und erzielte rund 1820 die ersten bedeutsamen Erträge. Die Gewohnheit des Zigarrenrauchens verbreitete sich, im Gegensatz zu anderen Arten des Tabakgenusses in Europa, von Spanien aus, wo bereits 1717 in Sevilla Zigarren aus Cubanischem Tabak hergestellt wurden. Durch ihre qualitative Überlegenheit verdrängten die Kubanischen Formate jedoch mit steigender Nachfrage die spanischen Zigarren vom Markt. Damals schon förderte Spanien die kubanischen Tabakindustrie, was in vielen Bereichen bis in die heutige Zeit reicht. Beispielsweise finanziert Spanien Kubas Tabakernte zu einem großen teil vor, wodurch Spanien natürlich eine bessere Verhandlungsposition für kubanischen Tabakimport einnimmt. Aus diesem Grund kauft man kubanische Zigarren in Spanien teilweise bis zu 70% günstiger als in anderen Ländern Europas. Zu der Zeit als die Zigarrenmacher den Kern der kubanischen Gesellschaft darstellten, führte man den Brauch des Vorlesens ein. Einer der Zigarrenmacher mit der wohlklingendsten Stimme und den besten lektorischen Fähigkeiten wurde ausgewählt, um gegen Langeweile und zur Bildung literarische und politische Werke vorzulesen unter anderen von Zola, Dumas und Victor Hugo.

Von der Lektüre eines der Werke von Alex Dumas stammt auch der Name einer Zigarre - Montechristo - aus dem Roman Der Graf von Montechristo. Im frühen 20. Jahrhundert wanderten dann viele kubanische Pflanzer in die Dominikanische Republik, nach Mexiko, Venezuela und Honduras aus. Länder die sich bis heute zu den Hauptkonkurrenten Kubas auf dem Zigarrenmarkt entwickelt haben.

Die wohl besten Deckblätter der Welt gehen auf ihn zurück und werden außerhalb Kubas produziert. Die berühmten Connecticut-Shade Deckblätter werden mit einem ungeheuren Aufwand produziert. Da Blätter der direkten Sonne ausgesetzt sind und "Adern" produzieren, sind sie für die Zigarren-Ummantelung ungeeignet.
Daher werden in sämtlichen Plantagen in einiger Höhe mit Gaze überspannt, um sie im Schatten aufziehen zu können. Die Bewässerung der Felder wird mit feinen Nebeldüsen realisiert, die zur Vermeidung von Tropfen auf den Blättern dienen. Die Trocknung der geernteten Deckblätter wird sogar vorsichtig von Gasflammen von unten her unterstützt. Dieser Aufwand erhöht die Produktionskosten einer Zigarre ganz erheblich und das Deckblatt macht bei weitem den höchsten Teil aus.