Gute Zigarren von La Palma
Fragt man den Volksmund oder auch den Liebhaber, dann wird die kubanische Zigarre in der Regel als der
Goldstandard einer exzellenten Zigarre angesehen. Zwar ist nicht jede Zigarre aus Kuba ein gute, aber jede gute
Zigarre in der Regel eine kubanische.
Liest man jedoch bei dem auch in Zigarrenraucherkreisen bekannten und beliebten Schriftsteller Guillermo Cabrera Infante nach, so
erfährt man, dass die kanarische Zigarre das Gegenteil einer Condal ist, nämlich "billiger und manchmal besser".
Dieses bemerkenswerte Urteil ist nachzulesen im Buch "Rauchzeichen". Das Urteil ist umso bemerkenswerter als Guillermo Cabrera Infante nicht etwas Kanare ist, der sich vom Patriotismus zu einer Schmeichelei hat hinreißen lassen. Guillermo Cabrera Infante ist im Gegenteil ein (wenn auch im Exil lebender) Kubaner. Cabrera Infante hat dabei eine ganz besondere Zigarre von der grünsten der kanarischen Inseln La Palma im Sinn. Er meint die Zigarre von Brena Alta. Diese wird in einem kleinen Ort auf La Palma gedreht.
Genau genommen stammt allerdings auch der kanarische Tabak aus Kuba. Kanarische Emigranten brauchten den Tabak auf Reisen zurück in die Heimat aus Kuba mit. Das ähnliche Klima ließ diesen schon vor mehr als 100 Jahren auf den kanarischen Inseln gedeihen. So mancher Emigrant kehrte ganz auf die Kanaren zurück und brachte die dort erlernte Kunst des Zigarrendrehens mit. Oft geschah dies in der Hoffnung sich in der alten Heimat eine neue Lebensgrundlage zu schaffen.
Heute wird kaum noch Tabak auf La Palma angebaut. Der Berufsstand des Zigarrendrehens ist aber nicht ausgestorben. Oft kann die Fingerfertigkeit der Dreher von den Touristen noch in den Abflughallen der Flughäfen auf den kanarischen Inseln bewundert werden.
Klaus-Martin Meyer
ADS Hyperaktivität
Diplomarbeit